Forsythien - Nur Fassade aber nichts dahinter
- Lukas Janke

- 28. März 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 3. Apr. 2025
Warum diese Frühlingsschönheit nicht die beste Wahl für den Garten ist und welche heimische Alternative ebenso golden im Frühling erstrahlt.

Forsythien zählen mit zu den häufigsten Zierpflanzen in unseren Gärten. Im zeitigen Frühjahr leuchten sie weit und breit aus der kahlen Landschaft hervor und verzücken den Betrachter schon aus der Ferne. Auch wenn Forsythien nicht zu den sich invasiv ausbreitenden Pflanzenarten zählen und nur gelegentlich verwildern, so bieten sie für Bienen und weitere Bestäuber leider wenig Nahrung und auch Vögel und andere Tiere haben nichts davon.
Die Forsythie ehrt mit ihrem Namen den schottischen Botaniker und Mitbegründer der Königlichen Gartenbaugesellschaft (engl. Royal Horticultural Society) William Forsyth (1737-1804) und stammt ursprünglich aus Ostasien [1]. In Japan und China wurden verschiedene Forsythien-Arten schon lange Zeit bevor sie nach Europa kamen als Zierpflanzen geschätzt. Erste schriftliche Erwähnung findet die Gartenforsythie (Forsythia × intermedia) im deutschsprachigen Raum 1885 und ist seither eine beliebte und sehr häufige Zierpflanze [2].

Forsythien gehören wie die Europäische Esche (Fraxinus excelsior) oder der Olivenbaum (Olea europaea) zur Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae). Am häufigsten ist bei uns die Garten-Forsythie, eine Kreuzung zwischen der Hänge-Forsythie (Forsythia suspensa) und einer anderen Art. Die Hänge-Forsythie wird ebenfalls regelmäßig in Parks und Privatgärten gepflanzt.
Die Sträucher können höhen bis zu drei Metern erreichen und blühen bei uns im März und April. Die gelben Blüten sind vierzählig mit verwachsenen Kronblättern. Die Blätter sind meist einfach und in Teilen oder entlang der gesamten Blattlänge gezähnt [3].
Obwohl die goldene Blütenpracht es nicht vermuten lässt, so bieten Forsythien der heimischen Tierwelt so gut wie keinen Nutzen. Sowohl die Hänge-Forsythie, als auch die Garten-Hybride produzieren kaum Nektar und Pollen und haben daher bis auf ihr schönes Erscheinungsbild keinen großen ökologischen Nutzen [4].

Besonders im zeitigen Frühjahr, wo das Nahrungsangebot für Bienen und andere Insekten generell relativ gering ist bieten Forsythien keinen nennenswerten Nutzen für heimische Bestäuber. Eine geeignete heimische Alternative stellt die Kornelkirsche (Cornus mas) dar, die zur selben Zeit im Frühjahr ebenfalls gelb blüht aber im Gegensatz zur Forsythie eine wertvolle Insektenweide ist und später im Jahr Früchte hervorbringt, die gerne von Vögeln gefressen werden. Auch für den Menschen sind die reifen Früchte des Dirndlstrauchs bekömmlich. Diese lassen sich roh essen oder zu Marmeladen verarbeiten. Die Kornelkirsche kommt äußerlich vielleicht nicht ganz an die Blütenpracht der Forsythie heran, besticht durch ihre inneren Werte aber umso mehr und stellt in Zeiten der Thujenhecken (Thuja occidentalis) und toten Steingärten eine große Bereicherung für die heimische Tier- und Gartenwelt dar.
[1] Jackson, B. D. (1889). Forsyth, William (1737-1804). In L. Stephen (Ed.), Dictionary of National Biography, 1885-1900, Vol 20. London: Elder Smith & Co.
[2] Burnie, G. et al. (1998). Botanica: Das Abc der Pflanzen. 10.000 Arten in Text und Bild (überarb. Ausg.). Königswinter: Könemann, S. 378.
[3] Hassler, M. & Muer, T. (2022). Flora Germanica: Alle Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands in Text und Bild (Bd. 1-2, insgesamt 1712 S.). Ubstadt-Weiher: Verlag Regionalkultur, S. 1150.
[4] Düll, R. & Kutzelnigg, H. (1992). Botanisch-ökologisches Exkursionstaschenbuch: Das Wichtigste zur Biologie bekannter heimischer Pflanzen (4. überarb. und erw. Aufl.). Heidelberg: Quelle & Meyer, S. 191-192.

Kommentare